Wir in der Welt




Das Cuenca-Projekt am Gymnasium Melle stellt sich vor!
 
„Cuenca“ – was ist das?
Cuenca ist die drittgrößte Stadt Ecuadors und liegt in den Anden. Wirtschaftlich ist Cuenca ein bedeutendes Zentrum der Keramikindustrie, der Hut- und Korbflechterei, der Lederverarbeitung und Schmuckherstellung. Doch viele Bewohner leben in schwierigen Verhältnissen. Aus Cuenca und Umgebung stammen überproportional viele der ecuadorianischen Arbeitsemigranten, die zu Hause keine Möglichkeit zum Broterwerb haben.
 
Wie leben Kinder in Cuenca?
Besonders problematisch ist die Situation der Marktkinder von Cuenca. Kinder jeden Alters arbeiten auf dem größten Markt "Feria Libre - El Arenal". Diese Kinder verbringen die meiste Zeit auf der Straße, um für ihre Familien Geld zu verdienen. Sie arbeiten als Lastenträger, Schuhputzer, als Zeitungs- und Lebensmittelverkäufer oder als Gemüseschäler. Diese Entwicklung beginnt häufig bereits mit drei Jahren. Die Kinder geraten so in einen Teufelskreislauf: Wie ihre Eltern haben sie keine Chance auf eine Schulbildung und können so keinen Beruf erlernen, der sie in die Lage versetzen würde, einmal selbst ihre Kinder zu ernähren.
 
Was ist das Cuenca-Projekt?
Im April 1994 gründeten die Geschwistern Patricia und John Valarezo das Projekt, um gezielt die auf dem Marktgelände „Feria Libre – El Arenal“ arbeitenden Kinder zu unterstützen. Mit Unterstützung aus Deutschland wurden bald Räume angemietet und Mitarbeiter/innen eingestellt. Mittlerweile erhalten im Projekt ca. 100 Schüler/innen eine schulische Förderung mit Hausaufgabenbetreuung, Therapiemöglichkeiten – gerade für Kinder, die mit Traumata zu kämpfen haben – und weiteren Workshops zur Förderung der sozialen, kommunikativen Fähigkeiten. Zudem findet eine gesundheitliche Förderung der Kinder statt, da die Kinder im Projekt ein ausgewogenes Mittagessen erhalten und Ärzte das Projekt aufsuchen, um Untersuchungen durchzuführen. Auch eine enge Elternarbeit ist essenziell notwendig, um das Vertrauen der Eltern vor Ort zu kräftigen.
Seit 2004 engagiert sich das Projekt ebenfalls in der Jugendarbeit. So können die älteren Kinder, die nicht mehr an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen dürfen, weiterhin, z. B. während der Ausbildung, begleitet werden.  
Weitere Informationen entnehmen Sie der offiziellen Homepage. Dort sind ebenfalls Jahresberichte einsehbar.
 
Warum engagiert sich das Gymnasium Melle für das Cuenca Projekt?
Gerade der Blick auf Kinder in einem anderen Land, die oftmals nicht die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen, hält uns heute den Spiegel vor: Bei uns ist es selbstverständlich – bei allen Problemen, die es auch bei uns gibt – die Schule zu besuchen und einen Schulabschluss zu erlangen. Doch damit nicht genug. Wir von der Cuenca-Gruppe sind davon überzeugt, dass aus dieser Position auch Verantwortung erwächst, da wir heute nicht nur Bürger/innen eines Staates, sondern auch Teil der Weltbevölkerung sind. Das Cuenca-Projekt kann diese lokal-globalen Verflechtungen an einem ganz konkreten und plastischen Beispiel wahrnehmbar machen. Die Kinder und Jugendlichen unserer Schule lernen so, sich in einer Welt zu orientieren, die durch Mobilität und Migration zunehmend heterogen und komplex wird. Im Rahmen des Projekts erwerben die Schüler/innen Wissen und Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, den eigenen Standort zu erkennen, sich selbst als Akteure in einer globalisierten Gesellschaft wahrzunehmen und Fähigkeiten als Mitgestaltende zu entwickeln.
 
Mit welchen Aktionen werden bei und Spenden für das Cuenca-Projekt gesammelt?
 Zu Beginn des Schuljahres erstellen wir Präsentationen und Plakate zu den Lebensverhältnissen in Cuenca und zum Cuenca Projekt, um die neuen Fünftklässler/innen über unser Schulprojekt zu informieren.
 Auf den Elternsprechtagen organisieren wir einen Kaffee- und Kuchenverkauf.
 Zu Weihnachten organisieren wir einen gemeinschaftlichen Jahresabschluss, zu dem alle Klassen intern Projekte planen und durchführen. Der Erlös aus dem jeweiligen Verkauf wird für das Cuenca-Projekt gespendet.
 Mit „Green Paper für Cuenca“ werden durch den regelmäßigen Verkauf von Heften und Blöcken aus Recyclingpapier Spenden gesammelt.
 Zudem arbeiten wir mit der SV zusammen, die Erlöse – z.B. aus der Ustukapa-Party – spendet. Hier ist der Link zur offiziellen Homepage: http://www.projekt-cuenca.de/
 
Wir freuen uns über das große Engagement der Schulgemeinschaft und jede Spende!

Zum Cuenca-Film 2020!

 die Cuenca-AG 
Jennifer Ottenströer 
Vera Kleene