Wir in Europa



Der „Hollandaustausch“ - eine besondere Schulpartnerschaft
Commanderij College, Gemert (NL) - Gymnasium Melle (D)
 
Mit dem Commanderij College in Gemert (NL), einer drei Schulformen umfassenden Schulgemeinschaft, ist das Gymnasium Melle seit dem Schuljahr 1989/90 durch ein abwechslungsreiches Begegnungsprogramm verbunden. Aus ersten Kontakten, die angeregt wurden durch die Haupt- und Realschule in Bissendorf, erwuchs ein regelmäßiger Schüleraustausch, der seit nunmehr 30 Jahren fester Bestandteil des Schullebens am Gymnasium Melle ist. Alljährlich finden eine fünftägige Fahrt mit etwa 20-25 Schülerinnen und Schülern in die niederländische Provinz Nord-Brabant nach Gemert sowie ein entsprechender Gegenbesuch im Grönegau statt. Die Jugendlichen wohnen in den Familien ihrer Austauschpartner. Durch persönliche Begegnungen den Gedanken der Völkerverständigung weiterzuentwickeln, ist ein pädagogisches Ziel dieser Austauschfahrt. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler Land, Leute und die Kultur ihres Gastlandes kennenlernen. Historisch begründete und immer noch vorhandene Urteile können dabei relativiert werden. Natürlich soll auch dieser Austausch die Sprachkompetenz und die Motivation beim Erlernen einer Fremdsprache fördern. Das gilt für beide Seiten, denn alle Beteiligten sprechen Englisch als gemeinsame Sprache. Zudem haben die niederländischen Partner, die als weitere Fremdsprache Deutsch lernen, wie auch fast alle niederländischen Gasteltern, Deutschkenntnisse.
 
Der „Hollandaustausch“ am Gymnasium Melle richtet sich an die Jahrgangsstufe 9 und ist für viele Jugendlichen eine schöne Gelegenheit, selbstständig erste Auslandserfahrungen zu sammeln und das Leben in einer Gastfamilie zu proben. Bereits im Vorfeld der Austauschfahrt knüpfen die Austauschpartner per E-Mail, Skype oder durch andere Medien erste Kontakte. Alljährlich im Januar/Februar werden die Gäste vom Commanderij College in Melle begrüßt und im März/April findet der Gegenbesuch in Gemert statt.
 
Im Mittelpunkt der deutsch-niederländischen Begegnung stehen vielfältige Aktivitäten und Exkursionen sowie kleinere Projekte, an denen gemeinsam gearbeitet wird.
Einige von den bisher umgesetzten Themen sind: Verkehr (Hamburger Hafen und Hafen Rotterdam), Geschichte (niederländische Zwangsarbeiter in Osnabrück und Anne-Frank-Haus in Amsterdam), Technik (Phaeno in Wolfsburg und Nemo in Amsterdam), Technik und Mobilität (Autostadt Wolfsburg und Philips Museum Eindhoven), Kunst und Kultur (Übersee-Museum in Bremen und Rijksmuseum in Amsterdam), Erstellung einer Zeitung, Wasser, die landestypische Küche und Unterschiede im Schulsystem, das die Jugendlichen beim Besuch des Unterrichtes kennenlernen werden.
Das Programm bietet darüber hinaus viele Freizeitunternehmungen wie beispielsweise Kegeln, Bowling, Schlittschuhlaufen, Hip-Hop-Tanz, Bogenschießen oder Kunst-Workshops, wobei die zwischenmenschlichen Beziehungen weiter intensiviert werden.
 
Am Ende einer Austauschwoche fällt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Abschied sehr schwer. Ein Indiz dafür, dass sich Freundschaften zwischen den Austauschpartnern und deren Familien entwickelt haben, die sich auch nach dem Austausch leicht pflegen lassen, da Gemert in gut zwei Autostunden schnell zu erreichen ist.