Unterricht / SEK I





Wettbewerb Diercke Wissen

Diercke WISSEN ist mit rund 310.000 Teilnehmern Deutschlands größter Geographiewettbewerb, der seit 17 Jahren in Deutschland durchgeführt wird, fast so lange auch schon an unserer Schule. Er richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10. Am Gymnasium Melle wurde die erste Runde des Wettbewerbes zur Ermittlung der Klassensieger Anfang Februar in Erdkundeunterricht durchgeführt.

In der ersten Runde haben sich die unten angeführten Schüler der Klassen 7 bis 10 für die zweite Runde zur Ermittlung des Schulsiegers qualifiziert, die am Mittwoch, den 22.02.2017 im Erdkunderaum 250 abgehalten wird. Klassensieger der Klasse 5 und 6 werden in der Klasse durch Urkunden ausgezeichnet und treten nicht zur zweiten Runde an.

Klassensieger Klasse 5 und 6
Justus Möller, 5S1
Quinn Lukas Leimbrock, 5S2
Marieleen Hilbrenner, 6F1
Darlene Drews, 6F2
Noah Werges, 6S1

Klassensieger Klasse 7 bis 10
Lena Rehme, 7F1
Lars Suhrhoff, 7L2
Jamie Leuschner, 7S
Phil Rühlemann, 8F2
Benjamin Zuijdgeest, 8L1
Kai Alexander Brandhorst, 8L2
Paul Runge, 8S
Leon Gnatzig, 9F1
Mark Voßmann, 9F2
Marvin Stönner, 9L1
Jasper Kuhlmann, 9L2
Eric Borrmann, 9L1
Moritz Hofmeyer, 10F1
Mascha Grothaus, 10F2
Jana Pohlmann, 10F3
Jannis Gärtner, 10L
Jonathan Otrzonsek, 10S2
 

Real Native American

 Am 29. und 30.11.2016 gab Red Haircrow (bekannter Autor und Filmemacher der Native Americans) am Gymnasium Melle englische Gastvorträge für unsere Schülerinnen und Schüler. Er referierte über die nordamerikanischen Ureinwohner (Native Americans), deren kulturellen Werte und aktuelle Probleme mit der US-Regierung.



Gespannt hörten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8, 10 und der Oberstufe aufmerksam zu, als Red Haircrow seine Vorträge begann:

Als die Kolonisten nach Amerika kamen, enteigneten sie die Native Americans und stecken sie in Reservate. Die Kinder wurden in Heime ans andere Ende des Kontinents gebracht, um sie von ihren Familien zu trennen, damit sie von den weißen Siedlern "zivilisiert" werden konnten.

Heute gibt es immer noch über 1000 verschiedene Stämme in den USA, die sich zum Teil sehr stark in ihrer Sprache und Kultur unterscheiden. Ihre kulturellen Riten und Traditionen konnten und durften die Native Americans in den Heimen jedoch nicht praktizieren. Selbst die Stammessprachen waren verboten.

Bis heute sind die Native Americans die ethnische Gruppe mit der höchsten Selbstmordrate. Armut, Traurigkeit, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Gefängnis, Tod sind nur einige der wenigen Ausdrücke, die die Gefühle der Natives widerspiegeln, wenn sie das Wort Reservat hören. Obwohl Red Haircrow regelmäßig Vorträge vor Schülern hält, und selbst in Berlin aufgewachsen ist, so berichtet er doch relativ kühl über seine eigene Vergangenheit, die ein klassisches Exempel darstellt. Seine Mutter hatte bis in den 1960ern fernab des technologischen Zeitalters in den Bergen gewohnt. Sie musste bereits mit 13 ihre fünf Geschwister großziehen, da ihre Eltern früh aufgrund von Alkoholismus gestorben waren. Heute ist auch Red alleinerziehend.

Obwohl Red Haircrow den Schülern sehr private Informationen mitteilte, so sprach er doch sehr gefestigt über die angespannte Situation der Native Americans, denn es hat sich bisher wenig geändert. Viele von ihnen leben auch heutzutage immer noch in Reservaten, aber selbst dort wird ihnen der Lebensraum streitig gemacht, denn die amerikanische Regierung möchte eine Ölpipeline durch das Gebiet der Standing Rock Sioux bauen, um Gas von North Dakota nach Illinois zu transportieren. Freunde, Verwandte und Bekannte sind zusammen gekommen, um gegen den Bau zu protestieren, berichtete Red. Mit Erfolg, denn der Bau, der zum Teil sogar von deutschen Banken finanziell unterstützt wurde, wurde vor wenigen Tagen gestoppt.

Zum Abschluss wird Red gebeten, noch einmal die Hauptunterschiede seiner Kultur zur westlichen Kultur herauszustellen.

Die Antwort war sehr überraschend für die Schüler, da Red Haircrow auf für die Schüler doch alltägliche Umgangsformen wie zum Beispiel das Berühren durch Händeschütteln und das freundliche Anlächeln einging - auf selbstverständliche Gesten der deutschen Kultur.

Diese sind aber in Reds Kultur nur der Familie oder engen Freunden vorbehalten und daher in anderen Kulturen nicht selbstverständlich - und somit beendet er den Vortrag mit dem Gedanken: Was ist eigentlich kulturübergreifend selbstverständlich?

Julia Wolny